Studie zeigt: Freiwilliges Engagement statt Zwangsdienst
1 59% können sich vorstellen, einen Freiwilligendienst zu absolvieren
Der Ausbau der Angebote an Freiwilligendiensten wird von 80% der Jugendlichen befürwortet
Ein Drittel der Burschen und Mädchen stimmt der Aussage zu, dass der Staat das Recht hat, junge Menschen zu gesellschaftlich wichtigen Diensten zu verpflichten. 80% sind wiederum der Meinung bestehende Angebote an Freiwilligendiensten auszubauen und zu fördern. Zwei Drittel der Burschen und Mädchen stimmen der Ansicht zu, dass jeder junge Mensch das Recht hat, den Beruf oder die Ausbildung zu unterbrechen, um sich Zeit für freiwilliges Engagement zu nehmen. Fast 90% der Jugendlichen finden es generell wichtig, sich zu engagieren. Die Fragestellung, ob freiwilliges Engagement in unserer Gesellschaft nicht genügend anerkannt wird, konnten drei Viertel der befragten Jugendlichen bejahen. Trotzdem können sich 60% generell vorstellen, einen Freiwilligendienst zu absolvieren.
2 Interessante Bereiche für freiwilliges Engagement
Wenn es um die Frage nach freiwilligem Engagement unter Jugendlichen geht (insgesamt wurden 1200 interessierte Jugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren befragt), stachen folgende sieben Antworten, unter zehn möglich anzugebenden Interessensbereichen, hervor:
Mehr als die Hälfte der Befragten (55%) gaben hierbei den Bereich „Kinder/Jugendliche“ an, gefolgt von „Sport“ (47%), „Umwelt/Natur“ (45%), „Tierschutz“, „Soziale Dienste“(je 44%) und „Katastrophenhilfe“ (42%). Lediglich 13% interessieren sich für „Politische Arbeit“, welche gleichzeitig innerhalb dieser Fragestellung die niedrigste Position einnimmt.
3 Bekanntheit von Freiwilligendiensten
Die Freiwillige Feuerwehr wurde von 98% aller Jugendlichen genannt, gefolgt von den ehrenamtlichen Rettungsdiensten (83%) und dem freiwilligen soziale Jahr (40%) wobei letzteres in der Folge näher betrachtet werden soll.
Eine Differenzierung nach dem Geschlecht zeigt, dass über einem Drittel der männlich Befragten und 45% der weiblichen Vertreter das „Freiwillige soziale Jahr“ bekannt sind. Mit zunehmendem Alter, hauptsächlich zwischen 20 und 24 Jahren, und dem Stand der Ausbildung (vor allem jener Jugendlichen, die entweder ein Kolleg, eine Fachhochschule oder eine Universität besuchen, aber auch in einem Arbeitsverhältnis stehen bzw. selbstständig sind), steigt die Bekanntheit (im Rahmen dieses Freiwilligendienstes) auf rund zwei Drittel der Befragten.
Eine weitere Unterscheidung nach Bundesländern weist darauf hin, dass in etwa ein Drittel der in Wien lebenden Jugendlichen, aber zwei Dritteln der aus Oberösterreich und Salzburg stammenden Jugendlichen dieser Freiwilligendienst bekannt sind.
4 Einschätzung von Freiwilligendiensten
42% aller Befragten sind der Meinung, dass Freiwilligendienste zur Persönlichkeitsbildung beitragen. Hier gibt es keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Freiwilligendienste liefern außerdem das Image, dass sie eine persönliche Bereicherung darstellen (39%). Mit Abstand folgen die weiteren Nennungen: „dass man dadurch bessere Chancen bei der Aufnahme in eine Ausbildung hat“ (9%) und „stellen auch eine willkommene Auszeit vom Lernen dar“ (7%). Mit zunehmendem Alter (über ein Drittel der 14 bis 15-Jährigen, aber bereits mehr als die Hälfte der 22 bis 24-Jährigen) verstärkt sich die Auffassung, dass Freiwilligendienste ein wichtiger Beitrag zur persönlichen Bereicherung sind.
5 Beweggründe für die Absolvierung von Freiwilligendiensten
Als Topantworten wurden „neue Erfahrungen sammeln“ (74%) und „etwas Sinnvolles tun“ (70%) genannt. Die Hälfte aller männlichen und weiblichen befragten Jugendlichen, vor allem im Alter von 12 bis 15 Jahren, ist auch daran interessiert neue Leute kennen zulernen oder etwas Neues auszuprobieren, unabhängig davon, ob sie am Land oder in der Stadt leben. Spaß an der Sache ist für 47% der Jugendlichen ein wichtiger Beweggrund. Weit weniger, aber immerhin noch über ein Drittel, sieht den Beweggrund einen Freiwilligendienst zu absolvieren darin, der Gesellschaft einen Dienst zu tun. Diese Ambition lässt sich vor allem bei den 20 bis 24-Jährigen und den am Land lebenden Jugendlichen finden. Am Ende der Skala stehen das „Austesten eigener Grenzen“ (32%) bzw. die Orientierungssuche in Übergangszeiten (22%).
6 Wichtige Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement
In diesem Fall ist es den Jugendlichen am wichtigsten sozial voll abgesichert zu sein (73%). Etwa 45% wünschen sich eine angemessene Abgeltung oder eine fachliche und pädagogische und persönliche Begleitung. Als weitere Kriterien folgen die Gewährung der Familienbeihilfe (33%), sowie Fahrtermäßigungen (30%). Je älter die Befragten waren, desto häufiger wurde eine Pensions-, Kranken-, Arbeitslosen-, Unfallversicherung als entscheidende Rahmenbedingung angeführt. Dieses Kriterium gilt gleichermaßen für Mädchen und Burschen.
7 Persönlicher Nutzen bei der Absolvierung eines Freiwilligendienstes
Die Mehrheit aller Jugendlichen fühlt sich durch einen Freiwilligendienst darin bestätigt, etwas Sinnvolles geleistet zu haben (77%). Als weiteren persönlichen Nutzen erhoffen sich mehr als die Hälfte der Burschen und Mädchen, dass ihr freiwilliger Einsatz als Praxisteil für bestimmte Ausbildungen anerkannt wird. Knapp 50% erwarten sich durch Freiwilligendienste Vorteile bei der Jobsuche bzw. Wertschätzung und Anerkennung durch die Gesellschaft, 40% eine bevorzugte Aufnahme bei einer entsprechenden Ausbildung.
8 Dauer von Freiwilligendiensten
Ein Drittel der Jugendlichen kann sich unter den gegebenen Umständen einen Freiwilligendienst bis zu drei Monaten vorstellen. Etwas mehr als ein Viertel der Burschen und Mädchen sind aber auch bereit für bis zu einem halben Jahr freiwilliges Engagement zu leisten während gleich viele weiters angeben, für zehn bis zwölf Monate offen zu sein, einen Freiwilligendienst zu absolvieren.
9 Zeitraum, wann ein Freiwilligendienst absolviert wird
Knapp die Hälfte aller befragten Jugendlichen ist sich darüber einig, sich vor allem bei Arbeitslosigkeit für einen Freiwilligendienst zu melden. Dieser Ansicht sind vor allem Burschen und Mädchen der Alterstufe der 12 bis 13 und 22 bis 24-Jährigen, sowie berufstätige Jugendliche und Studenten. Immerhin ein Viertel der Burschen und Mädchen halten die Zeiträume vor und nach einer Berufsausbildung als geeignet.
10 Organisation gesellschaftlich notwendiger Dienste
50% der befragten Jugendlichen sind für die Idee offen zukünftig Dienst auf freiwilliger Basis statt Wehrpflicht zu organisieren. Ein Viertel wünscht sich Gleichberechtigung in Bezug auf die Wehrpflicht, so dass auch für Frauen ein Pflichtdienst vorgesehen sein soll. Dem stimmen prozentuell verglichen ein Drittel aller Männer, aber nur 16 % aller Frauen zu. 23% der Befragten möchten das bisherige System der Wahl zwischen Bundesheer oder Zivildienst für Männer beibehalten.
Der Ausbau der Angebote an Freiwilligendiensten wird von 80% der Jugendlichen befürwortet
Ein Drittel der Burschen und Mädchen stimmt der Aussage zu, dass der Staat das Recht hat, junge Menschen zu gesellschaftlich wichtigen Diensten zu verpflichten. 80% sind wiederum der Meinung bestehende Angebote an Freiwilligendiensten auszubauen und zu fördern. Zwei Drittel der Burschen und Mädchen stimmen der Ansicht zu, dass jeder junge Mensch das Recht hat, den Beruf oder die Ausbildung zu unterbrechen, um sich Zeit für freiwilliges Engagement zu nehmen. Fast 90% der Jugendlichen finden es generell wichtig, sich zu engagieren. Die Fragestellung, ob freiwilliges Engagement in unserer Gesellschaft nicht genügend anerkannt wird, konnten drei Viertel der befragten Jugendlichen bejahen. Trotzdem können sich 60% generell vorstellen, einen Freiwilligendienst zu absolvieren.
2 Interessante Bereiche für freiwilliges Engagement
Wenn es um die Frage nach freiwilligem Engagement unter Jugendlichen geht (insgesamt wurden 1200 interessierte Jugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren befragt), stachen folgende sieben Antworten, unter zehn möglich anzugebenden Interessensbereichen, hervor:
Mehr als die Hälfte der Befragten (55%) gaben hierbei den Bereich „Kinder/Jugendliche“ an, gefolgt von „Sport“ (47%), „Umwelt/Natur“ (45%), „Tierschutz“, „Soziale Dienste“(je 44%) und „Katastrophenhilfe“ (42%). Lediglich 13% interessieren sich für „Politische Arbeit“, welche gleichzeitig innerhalb dieser Fragestellung die niedrigste Position einnimmt.
3 Bekanntheit von Freiwilligendiensten
Die Freiwillige Feuerwehr wurde von 98% aller Jugendlichen genannt, gefolgt von den ehrenamtlichen Rettungsdiensten (83%) und dem freiwilligen soziale Jahr (40%) wobei letzteres in der Folge näher betrachtet werden soll.
Eine Differenzierung nach dem Geschlecht zeigt, dass über einem Drittel der männlich Befragten und 45% der weiblichen Vertreter das „Freiwillige soziale Jahr“ bekannt sind. Mit zunehmendem Alter, hauptsächlich zwischen 20 und 24 Jahren, und dem Stand der Ausbildung (vor allem jener Jugendlichen, die entweder ein Kolleg, eine Fachhochschule oder eine Universität besuchen, aber auch in einem Arbeitsverhältnis stehen bzw. selbstständig sind), steigt die Bekanntheit (im Rahmen dieses Freiwilligendienstes) auf rund zwei Drittel der Befragten.
Eine weitere Unterscheidung nach Bundesländern weist darauf hin, dass in etwa ein Drittel der in Wien lebenden Jugendlichen, aber zwei Dritteln der aus Oberösterreich und Salzburg stammenden Jugendlichen dieser Freiwilligendienst bekannt sind.
4 Einschätzung von Freiwilligendiensten
42% aller Befragten sind der Meinung, dass Freiwilligendienste zur Persönlichkeitsbildung beitragen. Hier gibt es keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Freiwilligendienste liefern außerdem das Image, dass sie eine persönliche Bereicherung darstellen (39%). Mit Abstand folgen die weiteren Nennungen: „dass man dadurch bessere Chancen bei der Aufnahme in eine Ausbildung hat“ (9%) und „stellen auch eine willkommene Auszeit vom Lernen dar“ (7%). Mit zunehmendem Alter (über ein Drittel der 14 bis 15-Jährigen, aber bereits mehr als die Hälfte der 22 bis 24-Jährigen) verstärkt sich die Auffassung, dass Freiwilligendienste ein wichtiger Beitrag zur persönlichen Bereicherung sind.
5 Beweggründe für die Absolvierung von Freiwilligendiensten
Als Topantworten wurden „neue Erfahrungen sammeln“ (74%) und „etwas Sinnvolles tun“ (70%) genannt. Die Hälfte aller männlichen und weiblichen befragten Jugendlichen, vor allem im Alter von 12 bis 15 Jahren, ist auch daran interessiert neue Leute kennen zulernen oder etwas Neues auszuprobieren, unabhängig davon, ob sie am Land oder in der Stadt leben. Spaß an der Sache ist für 47% der Jugendlichen ein wichtiger Beweggrund. Weit weniger, aber immerhin noch über ein Drittel, sieht den Beweggrund einen Freiwilligendienst zu absolvieren darin, der Gesellschaft einen Dienst zu tun. Diese Ambition lässt sich vor allem bei den 20 bis 24-Jährigen und den am Land lebenden Jugendlichen finden. Am Ende der Skala stehen das „Austesten eigener Grenzen“ (32%) bzw. die Orientierungssuche in Übergangszeiten (22%).
6 Wichtige Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement
In diesem Fall ist es den Jugendlichen am wichtigsten sozial voll abgesichert zu sein (73%). Etwa 45% wünschen sich eine angemessene Abgeltung oder eine fachliche und pädagogische und persönliche Begleitung. Als weitere Kriterien folgen die Gewährung der Familienbeihilfe (33%), sowie Fahrtermäßigungen (30%). Je älter die Befragten waren, desto häufiger wurde eine Pensions-, Kranken-, Arbeitslosen-, Unfallversicherung als entscheidende Rahmenbedingung angeführt. Dieses Kriterium gilt gleichermaßen für Mädchen und Burschen.
7 Persönlicher Nutzen bei der Absolvierung eines Freiwilligendienstes
Die Mehrheit aller Jugendlichen fühlt sich durch einen Freiwilligendienst darin bestätigt, etwas Sinnvolles geleistet zu haben (77%). Als weiteren persönlichen Nutzen erhoffen sich mehr als die Hälfte der Burschen und Mädchen, dass ihr freiwilliger Einsatz als Praxisteil für bestimmte Ausbildungen anerkannt wird. Knapp 50% erwarten sich durch Freiwilligendienste Vorteile bei der Jobsuche bzw. Wertschätzung und Anerkennung durch die Gesellschaft, 40% eine bevorzugte Aufnahme bei einer entsprechenden Ausbildung.
8 Dauer von Freiwilligendiensten
Ein Drittel der Jugendlichen kann sich unter den gegebenen Umständen einen Freiwilligendienst bis zu drei Monaten vorstellen. Etwas mehr als ein Viertel der Burschen und Mädchen sind aber auch bereit für bis zu einem halben Jahr freiwilliges Engagement zu leisten während gleich viele weiters angeben, für zehn bis zwölf Monate offen zu sein, einen Freiwilligendienst zu absolvieren.
9 Zeitraum, wann ein Freiwilligendienst absolviert wird
Knapp die Hälfte aller befragten Jugendlichen ist sich darüber einig, sich vor allem bei Arbeitslosigkeit für einen Freiwilligendienst zu melden. Dieser Ansicht sind vor allem Burschen und Mädchen der Alterstufe der 12 bis 13 und 22 bis 24-Jährigen, sowie berufstätige Jugendliche und Studenten. Immerhin ein Viertel der Burschen und Mädchen halten die Zeiträume vor und nach einer Berufsausbildung als geeignet.
10 Organisation gesellschaftlich notwendiger Dienste
50% der befragten Jugendlichen sind für die Idee offen zukünftig Dienst auf freiwilliger Basis statt Wehrpflicht zu organisieren. Ein Viertel wünscht sich Gleichberechtigung in Bezug auf die Wehrpflicht, so dass auch für Frauen ein Pflichtdienst vorgesehen sein soll. Dem stimmen prozentuell verglichen ein Drittel aller Männer, aber nur 16 % aller Frauen zu. 23% der Befragten möchten das bisherige System der Wahl zwischen Bundesheer oder Zivildienst für Männer beibehalten.

