Politische Forderungen der BJV zum Zivildienst
1. Gleichstellung von Zivildienst- und Präsenzdienstleistenden
· Gleiche Dauer von Präsenz- und Zivildienst: Verkürzung auf 6 Monate!
· Soziales:
1. Anhebung des Verpflegungsgeldes auf mindestens 12,- Euro/Tag
2. Erhöhung der Entschädigung für Zivildienstleistende
3. Ausweitung der Wohnkostenbeihilfe: Zivildienstleistenden sollen - unabhängig von der
jeweiligen Wohnsituation (z.B. Wohngemeinschaften,...) - die tatsächlich anfallenden
Wohnkosten ersetzt werden.
· Schaffung einer bundes- und landesweiten gesetzlichen Zivildienstvertretung
2. Kein Pflichtdienst!
· Zwangsdienste widersprechen der Europäischen Menschrechtskonvention.
· Organisatorisches: Die Zahl jener jungen Menschen, die jährlich zum Dienst einrücken
müssten würde etwa 70.000 betragen. Erstens: Wer soll diese betreuen? Zweitens übersteigt
dies den tatsächlichen Bedarf (derzeit ca. 10.000 Zivildiener).
· Wird der Wehrdienst durch einen verpflichtenden allgemeinen Sozialdienst abgelöst, müsste
dieser Frauen und Männer in gleichem Ausmaß betreffen. Ein Ausschluss von Frauen wäre
schwer zu argumentieren und ungerecht. Dadurch wird jedoch ein Ungleichgewicht verstärkt:
Der Großteil der Pflege und Betreuung wird schon jetzt hauptsächlich von Frauen geleistet.
· Zwang vs. Qualität: Ein verpflichtender Sozialdienst gefährdet qualifizierte Pflege und
Betreuung. Bei der Einführung eines verpflichtenden Sozialdienstes würde die Qualität unseres
Sozialsystems erheblich leiden.
3. Freiwilligendienste ausbauen!
· Ausbau von bereits bestehenden Modellen (Freiwilliges Soziales Jahr und Freiwilliges
Ökologisches Jahr)
· Ausreichende Förderung der Freiwilligendienste aus öffentlicher Hand
· Neue Möglichkeiten für freiwilliges Engagement: Eine freiwillige Verlängerung des Zivildienstes
soll möglich sein. Besondere Vergünstigungen bei freiwilliger Verlängerung des Zivildienstes:
z.B. Anrechnung als Ausbildungszeit bzw. Praktikum, besondere Schulungsangebote etc.
Außerdem müssen für freiwillige Zivildienstleistende dieselben Rahmenbedingungen gelten wie
für Freiwilligendienstleistende.
4. Notwendige Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste
· Angemessenes Entgelt
· Volle Sozialversicherung für Freiwilligendienstleistende!
· Spannendes und differenziertes Spektrum an Einsatzstellen im In- und Ausland. Neben
Ökologie und Soziales wollen Jugendliche sich vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit
(55%), Sport und Katastrophenhilfe freiwillig engagieren.
· Anrechnung des Freiwilligendienstes als Pensionszeit
· Pädagogische und psychologische Betreuung
Weitere Anreizsysteme:
· Kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
· Besserer Zugang zu Ausbildungen
· Anerkennung der Freiwilligendienste als Praktikum im formalen Bildungssystem
· Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten
· Auszeichnungen und Ehrungen

