UNESCO: Hundertausende AnalphabetInnen in Österreich
300.000 Menschen seien in Österreich vom Analphabetismus betroffen. 20 Prozent der 15- beziehungsweise 16- jährigen Schüler gehören zur "Risiko¬gruppe". Diese alarmierende Zahl gab die österreichische UNESCO-Kommission am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Es handle sich dabei nicht allein um Menschen, die überhaupt nicht lesen und schreiben könnten, sondern auch um die "funktionalen Analphabeten", erläuterten die UNESCO-Vertreter. Diese verfügten trotz absolvierter Schulpflicht nicht über die nötigen Lese- und Schreibkompetenzen, um am Arbeitsplatz oder im privaten Bereich allein zu Recht zu kommen. Seit den 1960er-Jahren seien "keine sehr viel besseren Möglichkeiten gefunden worden, um Betroffene zu fördern - vor allem in den Schulen nicht".
Laut Pisa-Studie vom Dezember 2004 gehören 20 Prozent der 15- bis 16-jährigen Schüler in Österreich zur Analphabeten-"Risikogruppe" der schlechten Leser.Die Österreich-Gruppe der UNESCO fordert deshalb vom Bildungsministerium eine Studie, die Auskunft geben soll, wie viele Menschen in Österreich tatsächlich vom Analphabetismus betroffen sind. Die Generalsekretärin der UNESCO für Österreich, Gabriele Eschig, wies darauf hin, dass eine Vernachlässigung des Problems auch Folgen für den Wirtschaftsstandort Österreich haben werde. Durch die zunehmende Spezialisierung auf qualifizierte Tätigkeiten gebe es für Menschen, die nicht Lesen und Schreiben können oder große Schwierigkeiten damit haben, immer weniger mögliche Arbeitsplätze.

