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Nachlese zum Youth Event
Was war und was bleibt? Das Youth Event 2006 in Wien und Bad Ischl ist Geschichte und doch auch nicht. Immerhin haben wir die „Wiener und Bad Ischler Deklaration“, welche die mehr als hundert JugendverteterInnen den versammelten JugendministerInnen, StaatssekretärInnen und BeamtInnen als erleuchtende Lektüre mit auf den (Heim-)Weg gaben. Auf dass die europäische Politik künftig mehr von Jugendlichen mitbestimmt werde.
Ob das Papier – bekanntlich recht geduldig – in der europäischen Jugendpolitik etwas ändert, bleibt dahingestellt und die Vergangenheit lehrt, dass ein gesundes Quantum Skepsis durchaus seine Berechtigung hat. Nichtsdestotrotz gab die Jugenddeklaration Anlass zur Freude. So konkret war noch kein Papier, so zielgerichtete Forderungen brachte noch kein Youth Event. Das Youth-Event, ein voller Erfolg?
Eher gemischte Gefühle denn Euphorie. „Ich fand es spannend, mit VertreterInnen anderer Jugendorganisationen Europas über die Herausforderungen in der Jugendpolitik zu diskutieren“, freut sich Benedikt Walzel, österreichischer Delegierter, „die Probleme sind überall sehr ähnlich, die Lösungsansätze aber sehr unterschiedlich. Die JugendvertreterInnen haben dies zum Anlass genommen, sehr ziel- und lösungsorientiert zu diskutieren und auf konkrete Maßnahmen hinzuarbeiten.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Das ist vielleicht einer der größten Unterschiede zum Vorgehen der MinisterInnen.“
Apropos MinisterInnen: Auf die trafen die Jugendlichen in sogenannten Joint-Meetings. „Für mich waren diese Meetings die ‚Main-Events’“, schildert Patrick Rosner, Vorsitzender der BJV seine Eindrücke, „einige der MinisterInnen haben sich wirklich Zeit genommen und mit den Jugendlichen einen Nachmittag von Angesicht zu Angesicht ihre Anliegen diskutiert.“ Einziger Wermutstropfen: „Wünschenswert wäre, diese Dialoge fänden öfter statt.“
Der Ball liegt bei den MinisterInnen. „Die am Event erarbeitete Deklaration stellt ein unmissverständliches Signal an die politischen EntscheidungsträgerInnen dar. Die Jugend ist bereit, sich zu engagieren“, berichtet Maria Lettner von der Bundesjugendvertretung, „es liegt an den MinisterInnen zu entscheiden, wie sehr sie dieses Engagement zulassen, fördern und ernst nehmen.“ Und wie sehr sie Jugendliche einbinden und das Bestreben der Jugendlichen, auf allen jugendpolitischen Ebenen der EU Einfluss nehmen zu können, unterstützen.
Benedikt Walzel wünscht sich deshalb vor allem eines: dass die
Politik Jugendliche einbezieht. „Denn ich fand es enttäuschend,
dass bei offiziellen gemeinsamen Veranstaltungen mit den
JugendministerInnen die Hauptpersonen, nämlich die Jugendlichen, in
manchen Reden nicht einmal begrüßt wurden. Auch das kann ein
Zeichen für den Umgang mit VertreterInnen von Kindern und
Jugendlichen sein.“ Man sieht: Die großen Veränderungen beginnen
oft schon im kleinen...



